Video, 14`56, 2009
„Als Praktikantin auf der Psychosestation durfte ich Kaffee kochen und an den Visiten teilnehmen“ beginnt die Erzählung. Da ich nur erzähle erhalte ich für mich selbst und das Publikum die vermeintliche Sicherheit nicht in eine Realität des Irrsinns abzudriften. Aber gerade dadurch stellen sich Fragen nach den verschwimmenden Grenzen zwischen dem Ich und dem Anderen, dem Gesund und dem Krank, dem Normal und dem Verrückt. Aus der Position der Erzählerin schlüpfe ich in die Rollen verschiedener Patienten und Ärzte.
Der distanzlose Herr Herrmann, der jedem seine Abszesse zeigen will, die nervöse Frau, die glaubt, sie sei Countrysängerin beim Radio, der Patient, der eigentlich nur kuckt und bei den Ärzten gerade deswegen merkwürdige Reaktionen hervorruft… ist es die Künstlerin, und ehemals Praktikantin in der Psychiatrie, die von ihren Erfahrungen berichtet oder ist es die verrückte Frau in der Psychiatrie, die glaubt sie sei Künstlerin, die die Geschichte erzählt und selbst ein Teil von ihr ist.
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